Schlagwort: Thomas Fischer

Über das Strafen

Was ist eine gerechte Strafe? Gibt es sie überhaupt? Für den leidenschaftlichen und wortmächtigen Strafjuristen Thomas Fischer geht es um das, was unsere Gesellschaft zusammenhält: Ein selbstgegebenes Regelwerk, unser Rechtssystem, das von vielen Bedingungen abhängt und in ständiger Bewegung ist. Wie kein anderes Rechtsgebiet steht das Strafrecht im Focus öffentlichen Interesses. Als Grundlage staatlichen Handelns verspricht es Sicherheit; aber es ist auch ein Ort, an dem grundlegende Fragen des gesellschaftlichen Lebens, der Freiheitsspielräume und der Verantwortung verhandelt und besprochen werden. Fischers These: Strafrecht ist Kommunikation und Gewalt. Keiner kennt seine Entwicklung besser als der weit über seine Fachkreise hinaus bekannte frühere Bundesrichter.

Thomas Fischer, Jahrgang 1953, war bis April 2017 Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Sein jährlicher Kommentar zum Strafgesetzbuch, die Beck’schen Kurzkommentare, gilt als die Bibel des Strafrechts.

Richter-Sprüche

Die Liste seiner Themen ist beeindruckend, die Breite seines Wissens stupend; während die Schar seiner Feinde wächst, explodiert die Zahl seiner Leser. Thomas Fischer, ehemaliger Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof, Autor einer von Tausenden verehrten Kolumne, ist ein unermüdlicher Aufklärer. Er zählt zu den Juristen, die klug, transparent und pointiert Fragen des Rechts für lesende Laien aufarbeiten und dabei Leidenschaft für ihren Gegenstand vermitteln. Fischer setzt – radikal klar und polemisch – scharfe Schnitte zwischen Tatsachen, Meinungen und rhetorische Vernebelungsversuche. Mit diesen intellektuellen und sprachlichen Tugenden stellt er sich in eine Reihe bedeutender schreibender Juristen, die von Cicero über Montaigne bis Tucholsky und Karl Kraus reicht.