2010 veröffentlicht WikiLeaks das größte Leak der US-Militärgeschichte – das »Afghan War Diary« mitsamt Beweisen für Kriegsverbrechen und Folter. Kurz danach verdächtigt Schweden Wikileaks-Gründer Julian Assange der Vergewaltigung; die USA ermitteln verdeckt. Nach jahrelangem Botschaftsasyl überstellt ihn Ecuador 2019 der britischen Polizei. Die USA verlangen sofort seine Auslieferung wegen Spionage und Hacking und drohen mit 175 Jahren Haft. Für Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter für Folter, ist klar: Assange wird gezielt diffamiert, isoliert, gedemütigt und bedroht – zur Abschreckung aller, die schmutzige Staatsgeheimnisse ans Licht ziehen wollen. Dieses packende Buch erzählt erstmals die vollständige Geschichte seiner Untersuchung.

Nils Melzer, Jahrgang 1970, ist Völkerrechtsprofessor und lehrt in Glasgow und Genf. 2016 wurde er vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zum Sonderberichterstatter für Folter ernannt. Vorher war er als sicherheitspolitischer Berater der Schweizer Regierung tätig sowie als Rechtsberater und Abgesandter in Kriegs- und Krisengebieten für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK).